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0132

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Die Erneuerung

Was fällt uns zu OSTERN ein? Weihnachten gilt als Fest der Liebe. Was aber steht für das Osterfest?

Frühlingszeit, werden manche damit verknüpfen, Feiertage, Nichtstun, Reisetouren, Schlemmen, Partytime - oder was? Christliche Naturen fühlen sich - besonders am (Kar-) Freitag, zur Ernsthaftigkeit angemahnt. Wie ein grauer Schleier legt sich der historische Kreuzestod Jesu über diesen Tag. Doch ist die Bedeutung dieser Opferhaltung des Gottessohnes wirklich jedem präsent? Also mir stockt der Atem bei der Vorstellung, Jesus Christus hätte sein irdisches Erlösungswerk nicht vollbracht! Stell dir vor, der angeklagte Jesus von Nazareth hätte vor Pilatus einige Legionen mächtiger Himmelsengel antreten lassen, hätte Entehrung, Geiselung und Hinrichtung verhindert... Als ihm im Garten Gethsemane all die Greueltaten einer tiefstgefallenen Welt in allen Epochen vor Augen geführt und Willenskraft, Treue und Nächstenliebe überprüft wurden, hätte er sich retten und das Blutschwitzen ersparen können. Doch er ging den Opfergang, bezahlte die unvergleichliche Schuld einer gefallenen Schöpfung, setzte sein Leben gegen ein gewaltiges Versagen kosmischen Ausmaßes. Deshalb gibt es uns - dich, mich und die anderen. Deshalb können wir diese Geschichte lesen, uns das Hiersein einrichten wie wir es wollen. Ihm haben wir es zu verdanken und keinem sonst! Deshalb sind wir frei, werden fröhlich Ostereier gesucht, wird Zuckerwerk genascht, ausgeschlafen und wir können es uns gut gehen lassen. So weit so gut - wenn wir denn von Grund auf zufrieden wären...

Ostern ist auch Auferstehung - ist ERNEUERUNG! Mit Christi Sieg über die Niedertracht, ist uns allen der Weg zum Guten, zu unserer persönlichen Erneuerung, freigegeben. Damit lohnen sich Einsicht und Reue und Wiedergutmachung und gute Werke heben manche Sünde auf. Das neue Wesen in uns schmückt sich mit Demut und formt in Dankbarkeit das Halleluja!

Gutsein ist nicht nur ein christlicher Wert, Friedfertigkeit ist jedem verfügbar, Mitleid keine lizenzierte Emotion und Versöhnlichkeit etwas, was von jedem geleistet werden kann.

Doch unsere Welt ist ein Toll haus und macht Satan Laune und Lust, Gift, Galle und Unversöhnlichkeit zu verschleudern. Anderen Schmutzecken höllischer Werkstätten entströmen sirenenhafte Einflüsterungen, entschlängeln Verführungen, Betörungen ranken sich, Maßlosigkeiten reißen alles hinweg und seelische Selbstzerstörung ist angesagt. Was setzen wir dagegen?

Gebete, Abwehr, Helfer, Gelassenheit, Glaubensstärke etwa? Die Welt in der wir leben ist nicht das Paradies und erstrecht nicht das Himmelreich. Diese Welt ist in geistige Finsternis gehüllt. Sich darin als feines aber reines Lichtsternchen zu erweisen, bedarf mehr als guter Worte, Abgehobenheit über "Wolke 7" oder fanatische Religiosität! Lichtträger/in zu sein erfordert Widerstandskraft, Disziplin, den Mut des Bekenntnisses zu seinem Weg, besonders dem spirituellen. In all den Gefahren dieser Welt eine friedliche Insel zu sein und im Getose aufgewühlten Zeitgeschehens nicht unterzugehen, ist die Herausforderung des Lebens und nichts für schwache, labile und Strohfeuer-Gemüter. Der starke Geist ist gefordert, die reife Seele aufgerufen. Bist du solch ein mit Liebe gerüsteter Geist?

Willst du es sein?

Alleine in deutschen Landen werden jährlich über achttausend Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht ausgetragen. Kaum einer von uns muß lange überlegen, um Hader in eigener Nachbarschaft - bis hin zu Hass, zu entdecken. Man mag sich nicht mehr. Vertrauen zu Mitmenschen ist rar geworden; in allen Bereichen ist ein gewaltiger Vertrauensschwund zu verzeichnen. Wen wundert"s? Wir sind erfahrungsgeschädigte Opfer:

Schmutzige Kinderverderber im Priestertalar ekeln uns an, Politiker, die das Blaue vom Himmel lügen möchten wir in die Wüste schicken, raffzahnige Bankmenschen und Finanzhaie verprassen kleiner Leute Altersversorgungen und surfen mit Ihren Jachten auf deren Tränenmeere. Zu viele Produktqualitäten und Garantiezusagen sind leere Versprechungen und in-

ternetgesti1te Unternehmungen verquasen kostspielige Werbesprüche und pfeifen auf Treuevorstellungen des Kleinkunden. Und wo ist mein Buch, das ich vor zwei Jahren verliehen habe?

Vertrauensbruch auf Vertrauensbruch, das macht skeptisch und wir zucken vor jeder Verbindung erst einmal zurück. Psychologen sagen es: Beziehungslosigkeit ist eine unserer tragischen Zeiterscheinungen. Enttäuschungen vernarben nur schwer. Wer jedoch nachtragend ist, dem anderen also etwas nachträgt, schleppt sich mit Lasten ab, beschwert sich demnach selbst!

Die Apostel wussten schon, warum sie - kaum wurden sie mit Unfreundlichkeiten oder Hass konfrontiert - sich den Staub von dem Schuhen schüttelten. Damit war die Sache für sie erledigt und Frieden konnte wieder ihr Herz fluten und die Seele neu erquicken. Die nächste Aufgabe konnte angegangen werden.

Daraus können wir lernen. Merke: Wer keine Aggressionen und Vorhaltungen in sich aufbaut, braucht auch keine Energie um sie wieder abzubauen...

Also: Wer oder was immer dich verschnupft (!), dich aufzuregen versucht, dich anficht, keine der vielen möglichen Erklärungen sind ein wirklich guter Grund dein Innenleben zu verdunkeln.

Die meisten kleinen und großen Kriege und verharschten Fronten, finden Ihre Ursache in Besitzstreitigkeiten. Wenigstens eine der miteinander verkrachten Parteien fühlt sich übervorteilt und man sinnt auf Rache (die doch bekanntlich des Herrn ist!). Doch wer vertraut schon GOTT und dessen unfehlbarem Gerechtigkeitssinn, wo es doch Juristen und Diplomaten gibt?

Eine kleine afghanische Weisheit sagt: "Besitz macht die Herzen klein!"

Wenn sich Familien nichts mehr zu sagen haben, wenn sich Kinder gegen Ihre Eltern stemmen, wenn Geschwister ihren Kindheitserinnerungen keine frischen hinzufügen wollen, wenn Freundschaften in Sümpfen der Bedeutungslosigkeit ver-

sinken und Reißzähne jedes Lächeln verzerren, dann ist es noch weithin zu einer Erneuerung und die persönliche Auferstehung muß warten. Aber wie lange noch?

OSTERN - ein wahrlich passender Anlass uns zu versöhnen; mit jedem Mitmenschen, der mir einen Schmerz im Herzen versetzt, wenn ich an ihn denke. Denn da könnte es noch etwa zu bereinigen geben! Heile dich im Gebet und

erneuere deinen Vorsatz: "...wie auch ich denen vergebe,

die sich gegen mich gestellt haben".

Gewiß, was uns tief verletzte, vielleicht seit Jahren oder Jahrzehnten das Herz aufwühlt, was die Seele ankratzt, kann nicht immer gänzlich vergessen werden. Die Mehrung der Liebe in dir aber hilft zu vergeben !

Der neue Mensch ist vorwurfsfrei, friedliebend - lichtvoll.

Das, was uns der Höchste schenkt, vermögen auch wir zu geben:

"Wie groß ist die Barmherzigkeit des Herrn und Seine Versöhnlichkeit für die, welche sich zu Ihm bekehren"

Sir.17:24

FROHE OSTERN!

gerhard krause