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Die letzten Tage des Jahres

Nun sind die letzten Tage des Jahres vom Hüter der Zeit freigeschaltet worden und es beginnt der weihnachtliche Endspurt. So vieles drängt danach, noch erledigt zu werden und lässt uns schier atemlos werden. Gelassenheit, welch selten eingesetzte Kunst unaufgeregt zu leben. Doch wir "haben keine Zeit", so das allgemeine Denken. Gelassenheit und Zeit, vereinbart sich dies überhaupt? Je nachdem, wofür wir dieses kostbare Gut: Zeit verwenden! Wer sich in Ausgeglichenheit und Sorgsamkeit übt, dem erweist sich die Zeit als effizient, denn in der Ruhe liegen Kraft und Gewinn. Wer dagegen rastlos irgendwelche Zeitpläne Zu erfüllen versucht, wird lernen müssen, wie aussichtslos das Bestreben ist, der Zeit immer mehr Gewinn abjagen zu wollen; denn die Rechnung wird ohne den Hauptakteur gemacht: D u bleibst dabei früher oder später auf der Strecke! Dazu wurde uns die Zeit nicht von höchster Warte eingeräumt. Wofür dann?

Wer Zeit für alles und jeden einsetzt, dem bleibt nichts für sich. Weder Seele noch Körper verzeihen dies. Die Folgen? Vegetative Erschöpfungszustände, Depressionen, Verdruss - Burn-out-Syndrom: allem hinterher gerannt, an sich vorbei gelaufen...

Täglich nur wenige Minuten dem eigenen Innenleben zu widmen, vermag das Leben positiv umzukrempeln. Wenn Jesus das hohe Gebot lehrt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, dann erspart dies nicht die Befassung mit der persönlichen Gefühlswelt, was zur Begegnung mit seinem wahren Ich führt. Wer sich nicht annimmt, wer sich nicht liebt, ist

emotional arm und wird nichts an Wärme einem Nächsten abzugeben haben!

Setze demnnach Zeit ein, dich zu öffnen und sei bereit, deine inneren Kornkammern mit Liebe aufzufüllen. Dann reifen die Früchte: Verständnis, Empathie, Mitgefühl und über die Schwingen des Zeitverlaufs bist du anderen ein Segen. Könnte Zeit edler und sinnvoller genutzt werden?

Anbetrachts uns bekannter, gigantischer Zeitelemente, können wir jeden Zeitpunkt nur als relativ bewerten. Wie soll ich mit dem Wimpernschlag meines Lebens alleine den 13,7 Milliarden Jahren, wo vermutlich der Urknall unser Universum geboren haben soll, gegenüberstehen? Die Beschäftigung damit scheint mir allerdings müßig wenn ich bedenke, wie schwer sich die meisten Menschen damit tun, den Anforderungen eines einzigen Tages gerecht zu werden. Wir sind nicht für Milliarden von Jahren geboren, sondern für das Hier und Jetzt; dies zu schaffen sollte uns möglich sein.

Es ist der Augenblick der zählt - für GOTT, für uns, für alles! Wobei die Summe aller Augenblicke für unseren Schöpfer der ewig ist — das Alpha und das Omega — unerheblich sein dürfte. Wer die im Schöpfungsbericht genannten 7 Tage, als Schöpfungszeitraum, wörtlich nimmt, setzt menschliche Maßstäbe an und ist damit ein Kindskopf. Es wäre gleichsam lächerlich, damit GOTT einen Erfolgszwang mit resultativem Zeitdruck zu unterstellen. Nein, die Ewigkeit verstehen wir nicht und deshalb ist unser Begreifen mit Blick auf das Jetzt erfolgversprechend. Dafür sollten wir klugerweise Wille, Energie und Mittel einsetzen. Und wenn wir dies abgesegnet haben wollen, dann brauchen wir mit unserem Wirken nur dem Willen Gottes zu entsprechen!

Die Vorweihnachtszeit verführt besonders zur Vielgeschäftigkeit. Dies allerdings steht der christlichen Ambition entgegen, sich mit dem himmlischen Ereignis der Geburt des Gottessohnes auseinanderzusetzen und beflügelt die Bereitschaft, himmlische Erwartungen zu erfüllen. Gut so. Doch wer am "Heiligabend" ausgepumpt und angeschlagen an

Leib, Seele und Geldbeutel beschwörend "Oh du fröhliche" in die Stille jener Nacht singt, verfehlt die Bedeutung dieses Festes.

Der wahre Friede, der uns beschert wird, ist ein innerer und braucht kein Lurex-Geschenk-Einwickelpapier. Ich wünsche uns allen eine Ahnung jenes Friedens und jener Freude, wie sie Maria und Josef beim Anblick ihres neugeborenen Gottesgeschenkes empfunden haben.

Nimm dir die Zeit - vielleicht "zwischen den Jahren", um in der Betriebsamkeit innezuhalten und deine Seele etwas aufzupolieren. Holen wir uns das Lächeln des Jesuskindes, das gekommen war uns zu erlösen, in unser Herz und lassen wir es leuchten. Sage bitte nicht, es ginge nicht - Versuches einfach. Es wartet ein unvergleichliches, absolut exklusives Weihnachtsgeschenk auf dich...

Auch wenn in Jak.4:14 die Frage gestellt wird: "Wißt ihr denn, was der morgige Tag euch bringen wird, und wie es morgen mit eurem Leben steht?", dürfen wir mit dem guten Vorsatz ein Bein in die Zukunft stellen. Jeder von uns vermag aus sich einen "neuen Menschen" zu machen und dieser neue Mensch ersetzt Zeitzwänge durch Gottvertrauen! Dich Gottes Fürsorge anzuvertrauen, kostet Selbstüberwindung, zugegeben, denn wir sind gerne "Macher"; doch was könnte lohnender sein, als sich Seiner grenzenlosen Liebe hinzugeben? Seine Liebe ist ewig wie Er, also gehörst du in GOTT zur Ewigkeit!

"Ihr seid nur ein Rauch, der für Kurze Zeit sichtbar ist und dann wieder verschwindet." Könnte ein ganzes Menschenleben — und sei es noch so inhaltsreich - trefflicher beschrieben sein? Dieser Vergleich nimmt unserer Wichtigkeit nichts weg, denn auch der sich schnell verflüchtigende Rauch war einmal gewesen und seine vergängliche Existenz ist der Griff in die Unvergäng-lichkeit! Denn die Bestimmung des Geistes und sein höchstes Ziel ist die Unvergänglichkeit. Dafür bietet sich Jesus Christus an: "ich bin der Weg". Wer sich für diesen Weg entscheidet, entscheidet sich für das Leben. Als quasi Dan-

Dankeschön dafür, biete ich dem Herrn "mein" Weihnachtsgeschenk an und lege mich damit - in gebührender Ernsthaftigkeit und Demut - mit der mir gewährten Erdenzeit fest: "Wenn es der Wille des Herrn ist und wir noch leben, dann werden wir dies oder jenes tun." Jak.4:15

Dies oder jenes zu tun kann dem Gläubigen nur bedeuten, jedes ihm gewährte Tröpfchen Zeit in Worte und Taten zu kleiden, die dem Himmel zu ein Wohlgeruch sind. Das Gute ist zu tun.

Im Geiste friedvoller Fröhlichkeit

und freudigen Friedens,

wünsche ich dir, euch, Ihnen ein gesegnetes Christfest

Gerhard Krause