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Nr.:

0119

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Spuren im Weltensand

Stell dir vor, GOTT, der Herr über Leben und Tod, würde heute noch das Buch deines Erdenlebens zuschlagen! Was, oh Mensch, bliebe dann von dir zurück?
Sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, ob und welche Spuren man nach seinem Erdendasein hinterließe, ist keine Frage des Alters. Bevor nun eine exaltierte Bescheidenheit aufkommt: jedes Leben hinterlässt Spuren und jene, die in ihrer "Wichtigkeit" meinen ganze Höhenzüge zu hinterlassen, seien an die Tatsache erinnert, dass der Friedhof voller Leute liegt, die alle meinten bedeutsam oder gar unersetzlich zu sein...

Die "biologische Spur" sich über Nachwuchs ein lebendiges Denkmal zu setzen, kennt weitere Varianten: das Haus, dem man die Seele gegeben hat, das Unternehmen, welches den Namen fortleben lässt, die Erfindung oder Entdeckung, was dem Kreativling "Unsterblichkeit" verheißt. Obgleich zu allen Zeiten Spuren festgeschrieben oder an Höhlenwände gemalt wurden, vermag sie der Zeitwind bis zur Unkenntlichkeit zu verwirbeln. Stellt sich die Frage nach dem Sinn der Hinterlassenschaft und ob es überhaupt Markanzen gibt, die GOTT dem Herrn gefallen könnten?! Nun ja, GOTT ist die Erfüllung unseres Lebenszwecks überaus wichtig, und der Lebenszweck ist der Grund weshalb wir leben. Und dieser liegt darin, sich Ihm - als einst gefallene Himmelsgeschöpfe - wieder in geläuterter Art zu nähern. Die Bürgerschaft der Himmel ist es, worauf Christus uns mit seinem Rückholungswerk hinleitet. Solch Pilgerlauf sollte nicht nur den eigenen Geist beglücken, sondern in Wahrung des Liebesgebotes: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, eine verfügbare Vorbildhaftigkeit für Mitmenschen ausweisen. Will heißen: Hinterlasse helfende, vorbildhafte Spuren, die deine Existenz als eine der Liebe verschriebene offenbart.
Es liegt jedem demuts- und liebevollen Wesen am Herzen, mit allem Tun und Lassen GOTT die Ehre zu erweisen und sich von IHM als Lichtpunkt,in der Welt geistiger Dunkel­heit, entdecken zu lassen. Was gibt es Schöneres als seine Bedeutung und Erkennbarkeit - über alle Zeiten hinaus! -in dieser Hinwendung: Licht zu Licht, ausdrücken zu wollen? Mit und in Christus, dem Erlöser und Wiederaufer­standenen, sind wir nicht nur eine Spur, sondern Teil ei­nes einmaligen Heilswerkes. In Wahrheit gibt es kein lohnenswerteres Lebensziel! Nicht etwa, dass wir uns nun alle zum Prediger, Evangelisten, Auserkorenen oder Träger eines Heiligenscheins berufen zu fühlen haben. Es genügt im Alltag die Blicke und Gedanken auf sich zu lenken: durch ausnehmende Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Hilfsbe­reitschaft, Moral, Fleiß und das Quentchen Zurückhaltung. Glaube mir, damit bist du nicht nur ein glaubwürdiger Christenmensch, sondern über deinen Tod hinaus wirst du in Herzen und Erinnerungen vieler Menschen Spuren gesetzt haben. Wenn es dir gelungen sein sollte, auch nur einem Menschen gutgetan oder zum Nacheifern angeregt zu haben, dann warst und bist du wahrlich ein Lichtträger, eine Lichtträgerin, so ganz nach dem Geschmack des Höchsten, wie ich denke. Und ist das nicht die Eintrittskarte in einen Frieden und in eine Welt, in der sich sämtliche Spuren der Liebe aus allen Welten zu einem einzigen Halleluja vereinen? Schaffe dir den Zugang, es ist unbedingt machbar...
Die Liebe und Kraft des Höchsten mögen mit dir sein.
gerhard krause