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0114

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KLASSEN-LOS

Was typisch menschliche Debatten betrifft, darüber dürfte in himmlischen Sphären manch erlauchtes, sprich erleuchtetes Engelshaupt in großer Verwunderung geschüttelt werden! Solch ein steinaltes Thema ist die Vorstellung von einer “klassenlosen Gesellschaft”.  Die nämlich ist in den Himmeln zu Hause, auch wenn es eine Hierarchie gibt! Sie wissen ja: Christus das Haupt wir seine Glieder und über allem die Allmacht. Was Schranken garnicht erst entstehen lässt, ist Zufriedenheit mit seinem eigenen Stand und das, was verschütt zu gehen droht auf unserer Welt: Demut. Schau dich um - es entwickelt sich eine neue, globale Minderheit die der Zufriedenen, Bescheidenen, Selbstlosen. Dabei ergeben Befragungen nach dem höchsten Gut, nach "Gesundheit" die "Zufriedenheit" Wer sich bescheidet und mit dem begnügt, was wirklich gebraucht wird, vermeidet die kräftezehrende Auseinandersetzung mit Begierden und uninötigem Ballast oder dem Kummer, wie man sich "das" anschaffen könnte. Der Selbstlose aber erlebt seine Befriedigung und sein Erfülltsein im guten Wirken am Nächsten. Er ist von vielem "los", was uns bedrängt, hetzt, Ruhelosigkeit verschafft und pauschal von dem ablenkt, was die Seele froh und hell sein lässt "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" birgt als Gebot die Freiheit in sich und den Sieg über sich.
Unsere Welt aber tickt anders, verführt dich zu Konsum, Anhäufung, Maßlosigkeit und Prestigedenken - hast du was, bist du was. Wer alles schnell und bestens haben mochte, kommt schnell in finanzielle Engpässe und sinnt letztendlich nach Lösungen, die mit Erwerb im üblichen Sinne oft wenig zu tun haben; man nimmt sich was man glaubt haben zu müssen, womöglich egal wie! Dachte GOTT etwa altmodisch und übersah Entwicklungen, wenn Er forderte: "Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen"? Wohl kaum. Natürlich beackert heutzutage kaum noch jemand seinen eigenen Grund und Boden, Doch auch dem Broker können wegen seines Börsenjobs die Schweißperlen auf die Stirne treten. Womit wir bei all jenen wären, die ja gerne schwitzen und malochen würden, wenn sie denn einen Arbeitsplatz hätten! Da könnten wir eine Naht zur Klassengesellschaft haben - weil wer keine Arbeit hat - obwohl das "Recht auf Arbeit" staatlich verbrieft ist, oder? - der hat kein oder wenig Geld und wer keine Mittel hat, kann sich nichts von all dem leisten, was anderen oft protzige Präsenz erlaubt; "was man halt so braucht" - es fehlt! Minderwertig(er) kommen sich solche Mitmenschen vor, fühlen sich (trotz eifriger Gegenbeteuerungen) als Menschen zweiter Klasse. Schämen sich und finden manchmal nicht den Mut, sich Lebensmittel schenken zu lassen. Es ist eine Bahnfahrt durchs Leben, dritter Klasse, auf Holzbanken, wie ich sie noch aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts kenne. lst’s etwa eine Schande? Nein, doch wer eben noch "alles" hatte und mitteleuropäischen Lebensstandard vorzuweisen hatte, krank wurde, sein Arbeitsplatz von Managern versemmelt wurde, seine Miete nicht mehr bezahlen konnte, was der Ehepartner vielleicht nicht mitverkraften wollte, steht plötzlich im Schatten unserer stolzen, marmorbeschichteten Hochhäuser und hat nur noch sich selbst. Wehe du kramst dann vergeblich nach Selbstbewußtsein in dir, hast keinen mitfühlenden Helfer oder verstehst es nicht Sozialleistungen anzunehmen oder damit umzugehen, dann bist du auf der Verliererstraße einer immer noch Wohlstandsgeseilschaft, in der Egoisten, Ichmenschen die Majorität besitzen.
"Mir hat auch keiner was geschenkt" ist ein Satz, den ich oft höre. "Doch" sage ich, "GOTT hat dir Seinen Sohn geschenkt", denn er hat mit seinem abrupt beendeten Menschsein deine, unsere Schulden bezahlt. Die oftmals verständnislosen Bücke ignoriere ich, finde meinen Hinweis aber garnicht so unpassend, wie manche. Was sind wir denn? Begüterte? Millionäre? Machthaber? Einflussreiche? Bessere? Glückspilze? Ist das Leben Party? Party ist im Himmel, aber anders als bei uns. Da ist Frohsinn, Glückseligkeit - ja, glückliche Seligkeit, Zufriedenheit und eine Dankbarkeit, die sich über Lobpreis und Halleluja äussert. Da ist es Bedürfnis, dass einer des anderen Freude und Wohltat ist. Beäugen sich gar Engel erster und zweiter Klasse? Da ist sie, die klassenlose Himmelsbürgerschaft, und sein Ansehen bezieht das einzelne Lichtwesen aus seinen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die es erfüllt. Alles dient allen und alle dienen durch alles. Du hast das Recht dies anzuzweifeln, möchtest das Fenster, das ich für meinen Teil einen Spalt weit geöffnet habe, nicht wahrnehmen. O.k., dann lebe eben ohne diese Vorstellungen und ich garantiere dir: du wirst es herausfinden...
"Warum soll ich an soviel Sorglosigkeit und Frieden glauben?", frug mich jüngst ein Besucher. "Weil es Freude macht" antwortete ich spontan. "Schau" gebe ich zu bedenken, "habe ich mit meinen Vorstellungen unrecht, dann hatte ich zumindest so etwas wie Vorfreude." Wie die Spannung als Kind am Weihnachtstag, dieses schöne "Kribbeln", bis wir dann am "Heiligen Abend" vielleicht andere Erfahrungen machten; auch schön, aber eben anders als vorgestellt. Also freue ich mich auf die Heimkehr in die Urheimat meiner Seele, das ist mein gutes Recht, nein meine Pflicht aus christlichem Glauben. "Und wenn's Jenseitserleben dann doch so oder ähnlich ist wie meine Vorstellung", biete ich meinem Besucher an, "dann finde ich mich schnell zurecht im "Hause Gottes" und bin umso glücklichere
Eine klassenlose Gesellschaft, in der Rechte und Pflichten, Vorteile und Güter, aber auch Lasten und Verantwortlichkeiten von allen geschultert bzw. empfangen werden, wird wohl - global bezogen - eine Utopie bleiben. Oder glaubt jemand an die "Theokratie", wie sie das, Alte Testament' stellenweise beschreibt? Da würde sich der Mensch der göttlichen Führung voll und ganz und ohne Wenn und Aber anvertrauen, und keiner einen Anderen zu übervorteilen versuchen - aus Respekt und Achtung vor GOTT und dem Nächsten. Wer kann an dieses Optimalformat glauben?! Doch wir selbst haben Möglichkeiten, Grenzen abzubauen, garnicht erst aufzubauen, uns dem Mitmenschen zu öffnen, das Wir-Denken praktisch umzusetzen, zu teilen, abzugeben, freundlich mit Herz, Mund, Händen und Lächeln zu sein. Damit reißen wir nicht nur Barrieren nieder, vermeiden einen Klassenaufbau und gewinnen gleichzeitig und nur dadurch eine positive Reflexion; was heißt, was du säst wirst du ernten!
GOTT liebt alle, ohne Ausnahme, ohne Ansehen der Person, denn jedes Leben ist von Ihm ermöglicht und gesegnet. Was für ein GOTT!! Dabei wird kein Mensch behaupten können, ER hätte dies nötig oder müsste so sein. Er entscheidet anders als wir Geschöpfe« Er führt den geistig Armen in bereichernde Erfahrungen die den Geist heben, Er fördert das Bedürfnis in den Gereiften und Habenden abzugeben - aus sich und vom Reichtum, Er wandelt Verbitterung in Geborgenheit und Tränen in Befreiung Er liebt nicht erster und zweiter Klasse, sondern aus Seiner ganzen Natur und Christus, dieser ist die Tat dieses wahren GOTTes.
Lernen wir daraus, denn Knecht oder Magd sind nicht mehr als der Herr. Denken wir daran, wenn wir "Hartz IV" - Empfängern begegnen oder die ausgestreckten Hände eines Bettlers uns Prüfung sind. Vergessen wir niemals, dass das letzte Hemd wirklich keine Taschen hat und wir zwar nichts von dem mitnehmen können, was uns jetzt noch so unverzichtbar erscheint, und trotz fehlender Taschen nach dem gefragt werden, was wir an Liebe, Mitgefühl und guten Werken vorzuweisen haben. Weil auch die klassenlose Gesellschaft der Himmel verschenkt sich nicht...
Ihnen allen und dir wünsche ich ein FROHES OSTERFEST
und stimme mit ein in die Freude der Auferstehung
des Herrn. Halleluja!
gerhard krause