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0110

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Die Buhlerin und ihre globale Krise

Um die Macht und Bedeutung des freien WiIlens zu begreifen, genügt es sich den 12.Vers des 6.Korintherkapitels anzusehen: "Alles ist mit erlaubt, aber nicht alles ist gut für mich. "
Die Weisheit appelliert an Selbstdisziplin und Verantwortungsbewußtsein! Schon der nächste Satz nennt die Gefahr, wenn die Warnung zur Selbstkontrolle ignoriert werden sollte: "Alles ist mir gestattet, aber ich sollte mich von nichts beherrschen lassen. "
Was uns beherrscht, vermag uns zu versklaven und was uns fesselt, erniedrigt und trachtet uns zu vernichten!
Die 'Herrscher der Neuzeit' etikettieren sich etwas anders als früher. Sie tragen Namen wie: Geltungssucht, Narzismus, Materiaiismus, Gewinngier, Glückstrieb oder Risikofreudigkeit. Profitbefasste Gehirne spielen mit und bedienen sämtliche Begierden nicht nur mit verführerischen Offerten, sondern pauken Zischslogans in unsere Abteilung "Wollen": Geschickt verwandeln sich Verführungen in Begehrlichkeiten und lautstarke Vermarktungsstrategien spinnen ihre Netze!
"Jetzt kaufen - später zahlen", "Keine Anzahlung!", "Null Zinsen!", Riesenrabatte, Mega-Sonderkonditionen, Bonus um Bonus, Extras und Kaufgeschenke, spiele dich reich, werde Millionär... Schlaraffenland (worin das Wort "raffen" enthalten ist.!), Wolkenfahrt, Traumleben, tolle Welt - nimm was du kriegen kannst!
Wollen wir einen kritischen Geist bewahren, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wer oder was buh I t denn da um uns? Und warum? Wer oder was möchte Wünsche und Schmachten in uns wecken und steuern, vielleicht gute Interessen umleiten in dunkle Kanäle, Kraft absaugen, Zeit fressen, Begierden steigern? Welche destruktive Macht ist sich so selbstsicher, uns einfangen zu können und bilanziert höhnisch und oft weit vor dem Crash die üblen Ergebnisse: Zusammenbrüche, burn-out, Insolvenz, Verluste, Fried- und Schlaflosigkeit, Kummer, Leid, Vernichtung?! Welcher Einfluss trägt das glitzernde Gewand der Hinterlist und ist ganz sicher ke i n Menschenfreund; wer also kennt weder die Liebe, noch Rücksicht und Hilfe? Wer versucht uns da reinzulegen?
"Animi sub vulpe latent" - hinter List verbirgt sich (der) Geist.
Wir haben es tatsächlich mit dem Wesen schlechthin der Listigkeit und Tücke zu tun, mit dem Durcheinanderwerfer, Zerstörer und Verführer, dessen Wurzeln weit vor dem Menschengedenken in Verderbnis verkrallt sind: Luzifer! Er ist auch ein Meister der Täuschung, trägt seine Tarnkappe so erfolgreich, dass inzwischen sogar Pastorenleute seine Existenz leugnen oder verniedlichen. Doch auch für das restliche Weltenvolk hat er etwas parat: Er ermächtigt sich des Zeitgeistes und füttert auf globaler
Bühne die Tröge der Welt mit Gier!
Es ist derselbe Dunkelgeist, der gegen seinen Bruder Christus Jesus - nach dessen Martertod am Kreuz, doch noch und entschieden zum Verlierer geworden war und zwar ein- für allemal. Das freilich wurmt den Tiefstgefallenen und versucht dafür uns aufzuhalten und jeglichen Siegeslauf zu vereiteln. Einige seiner toxischen Mittel erleben wir gerade: Weltwirtschaftskrise, Untergangsstimmung, Depressionen auf allen Ebenen, Rezession, Ängste. Versuche zu verstehen, dass der geistigen Unterwelt jedes Mittel und jeder mögliche Einsatz recht Ist, unser gläubiges Vertrauen zu schwächen! Und GOTT lässt es zu, verleiht dem Ganzen Prüfungscharakter, denn wir sind nun mal auf dieser Welt um uns zu bewähren...
Des Teufels Parteiprogramm hatte Konjunktur: Materialismus! Jahrelang wollte (und will) jeder am großen Spekulationskuchen ein Stück abhaben, im Kleinen wie im Großen und privat wie gewerblich brechen die existenziellen Fundamente weg - die Verliererstrasse wurde zur Autobahn. Würde Jesus die schändlichen Tempelhändler aus seines Vaters Haus in unserer Zeit jagen, nähme er wahrscheinlich den Umweg über die Börsenmärkte und Bankendome. Jede Ursache hat eine Wirkung: Es geht der Weltwirtschaft an die Gurgel und es röchelt der kleine Mann, was aber im Hohngelächter mancher Bänker, Manager und Krisenprofi teure untergeht. Träume zerplatzen, Altersversorgungen werden zur Ironie, Ersparnisse gehen drauf. Heim und Haus müßen verscherbelt werden, Arbeitsplätze sind Mangelware. Quer durch Familien und Generationen verläuft der Kollaps, Motivationen versickern und unzählige Münder öffnen sich zu klagen, zu fragen oder zu schimpfen. Manch eh schon schwächelnder Glaube verkümmert, Zweifel an Gott und der Welt steigen auf; Glückwunsch, verdammte Hölle!
Doch jede Suche nach Verursachung beginne man klugerweise bei sich selbst. Vordergründig (!) betrachtet hat Stephan Götzl, Kommissionschef "Zukunft soziale Marktwirtschaft" mit seiner Behauptung recht, die Krise sei "nicht schicksalhaft über uns gekommen, sondern wurde von uns Menschen gemacht." Und Menschen können gründlich sein - auch in der Wahl falscher Mittel: Anstatt vehement gegen die zunehmende Spreizung von
Arm und Reich vorzugehen und in Humanität zu investieren, werden weltweit und Jahr für Jahr über 900 Milliarden Euro für Rüstung ausgegeben. Liebe deinen Nächsten...
Der Weg in die Himmel mag manchmal wie ein steiniger Pfad wirken und der Highway abwärts noch so einladend erscheinen, doch der wahre Siegesweg hat unübersehbare Markierungen: Herz, Treue, Lauterkeit, Demut, gute Werke, um nur einige Markanzen zu nennen. Wenn du dich daran hältst und GOTT deshalb in dein Wohnzimmer schaut, hat Perspektivlosigkeit keine Chance! Wir brauchen Ihn nur zu rufen: die Allmacht, die vor keinem einzigen deiner Probleme scheitert. Wenn du GOTTes Fürsorge aus den Händen Christi entgegenzunehmen bereit bist, wirst du niemals zum "Werkzeug einer Buhlerin" (s. 1.Kor.6) und darfst darauf vertrauen "in Verbindung mit dem Herrn" zu bleiben. Dann bist du "ein Geist mit ihm" und wirst auch schwierige Lebensphasen bewältigen, weil: "Cum tempore invenietur ratio rei expedien-dare" - im Laufe der Zeit wird ein Weg gefunden, die Dinge zu erledigen. Und diesen Weg hast du, oh Christ, bereits gefunden...
gerhard krause