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0108

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Kinder, Küche, Kirche und Karriere?

Wenn eine Frau Familienleben, Haushaltsführung, persönliche Interessen mit einer beruflichen Karriere zu vereinbaren versucht, sind Konflikte und eine bedenkliche Überlastung vorprogrammiert. Es droht der gesundheitliche Zusammenbruch - die Lok zieht den Zug nicht mehr, Lebensmodelle mutieren zur Quälerei!
Seit Jahren fragen sich Fachleute, was mit unserer Frauenwelt los ist. Was treibt manche in den Ehrgeiz, in Spitzenzonen männlicher Berufswelt mitzumisehen und aufstiegsträchtige Führungsaufgaben anzunehmen? Ist es Flucht aus uralten, geschlechtsspezifischen Bestimmungswehen? Reicht es der Frau nicht Frau zu sein, mit allem was typisch und weiblich zugeordnet ist?
Wenn noch vor wenigen Jahrzehnten Mütter frühmorgens ihr Heim verließen, um in die Rolle einer Arbeitnehmerin zu schlüpfen, wurden sie nicht selten "Rabenmütter" genannt. Die Vernachlässigung ihrer Kinder wurde unterstellt und gerügt. Heutzutage werden Frauen, die ihr Muttersein mit einem fulltime- Job teilen, für diese Doppel bei astung gelobt. In Fernsehsendungen werden Mütter - auch alleinerziehende! - die sich ganztägig ihren zwei oder mehr Kindern widmen, ungeniert als "Sozial-schrnarotzer" bezeichnet und heftig kritisiert, weil sie nicht durch zusätzlichen Arbeitseinsatz ihren Kindern materielle Vorteile verschafften. Die klassische und doch stets als Tugend bewertete Mutterrolle, die zu erfüllen keine Zeit für anderes lässt, soll in Wahrheit Faulheit und Lieblosigkeit sein? Nun, alle Vollzeitmütter über einen Kamm zu scheren ist bestimmt nicht fair; nicht jede Mutter sitzt den lieben, langen Tag mit der "Fluppe" im Mundwinkel vor dem PC, während ihre Kleinen mit Fernsehkost versorgt sind...
Das Thema Berufstätigkeit bekommt mit dem Typus "Karrierefrau" eine diskutable Note. Aber was ist es, was auch Mütter des zarten Geschlechts daran reizt, in Domänen harter, beruflicher Männerwelten zu wildern? Und das in geradezu maskulinem Eifer! Selbstverwirklichung wäre ein Motiv. Oder eine höhere Einkommensstufe; oder ist es der "Kick", den die Eva in Adams Revier sucht?
Freilich wird es immer Frauen geben, die sich von Herd und Kindererziehung schrecklich unterfordert fühlen - die Norm aber ist es nicht. Oder provoziert Sigmund Freuds Ansicht, die Frau sei ein "Mängelwesen" und es wird einem Komplex entge­gengewirkt? Egal wie und was - der Preis für berufliche Eman­zipation ist immer hoch!
Könnte es sein, dass zur Nachahmung reizt, was "Powerfrauen", z.B. aus Politik und Schauspielerei, in aller Öffentlichkeit an sich so toll finden: nämlich Politik bzw. Beruf, Ehe und Kindererziehung, Hobbys und Freundeskreis, relativ locker mit sich abzudecken? Beispiele finden sich genügend, so die Schauspielerin Maria Furtwängler, der man auch ihr Arztsein abnimmt, oder die Ministerin, die nicht müde wird für justament diese Doppelbelastung, die sie selber scheinbar spielend zu bewältigen versteht, zu werben. Oder läuft in solchen Paradefällen die Kindererziehung (von Ehe ganz zu schweigen) doch mehr über ein paar SMS oder ein Kinderfräulein, das man sich leisten kann? Sich an solchen "Superfrauen" messen zu wollen, dürfte an der kleineren Welt normaler Hausfrauen scheitern. Vorsicht also.
In der Aufbau- und Aufschwungzeit der sechziger, siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, verdienten viele Frauen ein Zubrot. Viele Mäuler (es gab mehr Kinder!) waren zu stopfen, die Abzahlung des eigenen Häuschens war auf dreißig Jahre angelegt und vertrug jede zusätzliche Mark. Auch wenn die Ansprüche verhältnismäßig bescheiden waren, ernährte schon damals nicht immer der Brotberuf des Mannes die Familie. Urlaubsreisen, wofür heutzutage Konten biestig überzogen werden, Auto und Luxusgüter waren Träume, die man lange zu haben hatte. Dafür nähten die Mütter was die Finger und teure "Singer"-Nähmaschinen aushielten, schrubbten anderer Leute Böden oder verdingten sich als Aushilfen mit kargem Stundenlohn in Ge­schäftshäusern. Das Zubrot half, die Familie über Wasser zu halten. So gut wie nie brach die Frau in typische Männerberufe ein, weil man es schlichtweg für ungehörig hielt und man ein anderes Verständnis für's Rollenspiel hatte. Wir Psychologen sprechen da von einer "Desidentifizierung", was Zurückhaltung gebot.
Zwar diskutieren wir in der Neuzeit über die unterschiedliche Entlohnung von Männern und Frauen, bei gleichem Leistungsaufkommen. Darüber lässt sich trefflich streiten. Doch gibt es kaum mehr ein berufliches Tätigkeitsfeld, das nicht von beiden Geschlechtern gleichermaßen belegt ist! Also ist doch alles o.k. mit der beidseitigen Selbstverwirklichung, oder? Mitnichten! Immer mehr Karrierefrauen steigen erschöpft aus der Tretmühle verantwortungsbeladener Positionen aus! Das ist der Trend. Sogar abrupt verzichten "Chefinnen", Managerinnen oder welche Titel sie sonst noch eingerahmt an der Bürotüre stehen haben, auf das "große Geld" und hart errungenes, gesellschaftliches Ansehen. Sie fühlen sich nicht mehr betört, stellen den Erfolg auf den Prüfstand und fragen sich immer ernsthafter nach ihrer wahren Bestimmung. Viele begreifen, dass das Ziel, "seinen Mann zu stehen", die weibliche Seite schmerzhaft verdrängte. Wenn der natürlich, wesenseigene Anspruch verdrängt wird, landet früher oder später im seelischen Dilemma! Kein noch so entzückender Kontoauszug vermag dies zu kompensieren. Dann heißt es: rette sich wer kann und es bleibt die Wahl auszusteigen, oder sich mit Leib und Seele zu opfern. Der "goldenen Mittelweg" ist - langfristig gesehen - ein Trugschluß. Ein afrikanisches Sprichwort drückt dies einfach aus: "Man weint nicht nur mit einem Auge!"
Was sind die Auswege? Eine der möglichen Konsequenzen ist der Ledigenstand! 'Dann heirate ich eben nicht' - so das Kalkül, 'damit entziehe ich mich den Anforderungen einer eigenen Familie' und - so könnte man ergänzen - erkläre den üblichen Lebensentwurf zum Auslaufmodell...
Gewiß, so kann man's auch machen. Sehnsüchte aber schreiben ihre eigenen Zahlen: Seit Jahren wird von mehr als der Hälfte aller Bundesbürger (53%), in der Realisierung von Ehe und Nachwuchs die Erfüllung gesehen. Wenn "nur" 13% ein Single-
Dasein für erstrebenswert halten, dann sind es im Ausland weit weniger: 3%!
Interessant, dass sich außerhalb unseres Landes die Frauen deutlich stärker zu Herd und Wiege hingezogen fühlen. Immerhin 80% unserer jungen Leute können sich durchaus eine Familiengründung vorstellen, was nicht heißt, dass die Ehe unbedingt gewünscht wird. Jeder Zweite ist darauf nicht scharf! Aha.
Sind also Kinder und Karriere unvereinbar? Worauf wird im Zweifelsfall verzichtet? Was ist Leben wert? Stimmt es, was frühere Frauenbewegungen behaupteten: "Mein Bauch gehört mir!"? Wird bei solcher Selbstermächtigung, die ja mit Indikationen und Eingriffe zu tun hat, nicht GOTT: als Herr über Leben und Tod, ausgeklammert? Für wie viele Karrierefrauen war oder ist ein Kind eine "Karrierebremse", die auszubreiten man die Macht hat? Macht es wirklich froh, ein "ungeplantes Ereignis", versehen mit Händchen und Füßchen, abzutreiben?, damit "man" sich zuerst was leisten kann, bevor man in das noch unvorstellbare Mutterglück einzutauchen gedenkt?! Wie gesagt, eine Indikation lässt sich immer finden... Gäbe es sonst weltweit mehr als 46 Millionen Abtreibungen pro Jahr? Diese Regelungswut war nicht immer gegeben. Der Herrgott überblickt alle Zeiten und alles Tun und ER kennt alle Motive ebenso, wie alle Alternativen, denke ich.
Familie, häusliche Verantwortung und andere Alltäglichkeiten kosten Kraft. Kraft, die in Liebe und Leben, in die eigene Familie investiert wird. In dieser Gesinnung fließen Kraft und Hilfen zurück. Wir Geistchristen nennen das den "Familiensegen". Materialistisch angelegtes Erfolgsstreben, kann schnell zu Katzengold werden und fordert als Preis nicht selten die seelische Zufriedenheit. Dann drängt sich zunehmend die Frage nach dem wahren Sinngehalt des Levens auf. Will es die aktionistische Frau gleich zwei Herren recht machen, besteht die Gefahr psychischer Störungen ("Atlas-Syndrom"). Mit zunehmenden Belastungen, wächst die Zahl erfolgsverwöhnter Frauen, die Rat und Hilfe bei Therapeuten suchen. Sie kommen ins Grübeln, diese Frauen, die ihren Kinderwunsch dem Traumjob geopfert haben und nicht selten auf Ehetrümmer oder  massive   Beziehungskrisen   blicken   müssen. Natürliche, weibliche Bedürfnisse schaffen sich wieder Raum: Anlehnung, Geborgenheit, Sicherheit, Kinderlachen... Immer mehr verlassen die Autobahn beruflichen Erfolgstrebens und haben es satt, sich zwischendurch im Mikrowellentempo vom Superstress zu erholen und nicht mal mehr "Freunde in der Not" zu haben. Der eigentliche Notstand ist immateriell !
Spezielle Seminare fördern die Erkenntnis bei frustrierten, burn-out- geplagten weiblichen Spitzenkräften aus Wirtschaft, Verwaltung oder sonstwoher, doch viel lieber (wieder) "Heimchen am Herd" sein zu wollen. Die neue Nachdenklichkeit ist auch für die oft lange Zeit vernachlässigte religiöse Seite förderlich! Die ernsthafte Selbsterforschung spürt die Seele wieder auf, reanimiert sie gewissermaßen. Wird dieses Innenleben wieder bewußt wahrgenommen, vermelden sich auch da alte und neue Bedürfnisse, denn der Geist möchte nicht untergehen. Dieser Geist wurde oftmals "vergessen" und sein Uraltanspruch zugunsten des Egos schonungslos mit weltlichem Tralala zugeschüttet! Dabei ist es doch das Verbleibende, der Geist in uns, den zu nähren wir ins Menschsein gebracht worden sind.
Aussteigerinnen aus der Hetzmühle, die einer Mutterrolle nicht mehr ausweichen, erklären auf Befragung ihre große Zufriedenheit und bejahen ihre Entscheidung.
Nicht immer sind die verschiedensten Lebensumstände und individuellen Situationen mit dem biblischen Schema einfach abzudecken; das muß man zugeben. Dennoch bleiben Ursprüngliches und Natur - männlich oder weiblich - für alle Geschöpfe verbindlich und die Pfründe Adams und Evas bestimmen das Maß. Verdrängte Natürlichkeit ist Unnatürlichkeit und damit etwas Synthetisches. Schauen wir doch mal über den Bambuszaun dahin, wo "die Wiege der Menschheit" liegen soll: das südliche Afrika. Dort bekleidet die Frau den hochgeachteten Part der tonangebenden Hausherrin, zumindest in Volksstämmen uralter Herkunft. Sie ist wertevermittelnd den Kindern gegenüber und regiert "ihr" Haus unangefochten mit Stolz und Geschick. Der Mann ist eher Zubringer und ist durchaus zufrieden mit seiner Rolle. Wie wär"s, wenn wir "Herren der Schöpfung" uns in weibliches Ter­rain einschleichen und die Aufgaben "Haushalt", "Elternschaft" und "christliches Vorbildsein" teilübernehmen? Ernten wir dann Beifall oder Protest, das ist die Frage. Finde es heraus vielleicht taugen ja die Osterfeiertage dazu?
Isch män jo bloss,   
Herzlichst Ihr
gerhard krause