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0011

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Freundschaften

"Wer bin ich?" war eine oft gestellte Frage meiner Patienten, bei  ihren  Selbstfindungsprozessen, als ich noch praktizierender Psychologe war. Eine gültige Antwort hätte sein können: Zeige mir deine Freunde und ich sage dir wer du bist!

Und damit wären wir beim Thema. Wer sind deine Freunde? Wahre Freundschaft war und ist zu allen Zeiten ein wertvolles Gut! Leider scheinen heutzutage zu viele Freundschaften von Eigeninteressen gesteuert. Dabei; brauchen wir Freunde. Wer sie nicht hat, ist wie eine einsame Insel ohne Brücke zu anderen Gefilden.  Wie allen Christen, stellt sich mir als Geistlicher die Frage nach der Qualität meiner Freunde und da fordert uns die Bibel zur ernsthaften Durchleuchtung sowohl unseres Freundes-, als auch des Bekannten- und Kollegenkreises auf. Was sind das für Menschen, mit denen ich umgehe? Wenn uns das Evangelium dabei helfen möchte diese Frage zu klären, sollten wir dies weder als antiquierte Möglichkeit belächeln, noch den biblischen Mahnfinger übersehen. Die Menschen waren selten anders als heute und was das Neue Testament anrät, gilt ganz sicher! Kein Christ sollte es sich leisten, in megabornierter Manier, gültige Hinweise zur Korrektur und Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen einfach zu ignorieren. 2.Tim.3 enthält einen fordernden, konstruktiven, veredelnden und gutmeinenden Text! Wer sich gegen Paulus Hinweise entscheidet, dürfte wohl kaum mit diesem Erdenleben auskommen, um danach einen verdienten Himmelsplatz einnehmen zu können. Hart aber wahr! Nur ein gewissenhaftes Nachdenken über uns und unsere Welt und Lernwille, ermöglichen uns ein klares Erkennen der Zeichen der Zeit. Es ist als würde der Apostel Paulus unsere Zeit erkennen und sprechen; "Das eine mußt du dir merken: Gegen ende eines jeden Zeitalters erden schlimme Verhältnisse herrschen. Denn die Menschen werden dann selbstsüchtig und geldgierig sein; in ihrer Großtuerei und ihrem Eigendünkel werden sie den Gehorsam verweigern, keinen Dank mehr kennen und von GOTT nichts mehr wissen wollen." Wer hierbei unsere Zeit nicht wiedererkennt, muß schon tief in den rosaroten Farbtopf gefallen und mit Blindheit geschlagen sein. Wer von uns könnte nicht auf Anhieb mindestens 10 Egoisten aufzählen, wer aber ohne zu stocken einen Menschen aus seinem engeren Umfeld, der frei von Selbstsucht, Geldgier und Angeberei ist und nicht den eigenen Nabel für den wichtigsten hält?!

"Mit echten Freunden darf man sich schmücken" sagte mal jemand. Ich möchte mich mit keinem solch miesen Charakter schmücken, wie Paulus ihn zur Ablehnung empfiehlt! Fürderhin will ich auf emotionslose Kopfmenschen, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und es an Loyalität vermissen lassen, gerne verzichten. Wer nur für sich stimmt und nicht für mich, wenn ich ihn brauche, soll seinen unwürdigen Weg gehen. Auch die "von GOTT nichts mehr wissen wollen" sorgen für Abstand zu mir. Und wer sogar als "Teufel in Menschengestalt" von Paulus bezeichnet wird, weil "sie (auch) in Unmäßigkeit und Zügellosigkeit schwelgen", kann erst dann wieder in meinem Zuhause willkommen sein, wenn Einsichtsbereitschaft signalisiert und der feste Wille zur Umkehr bewiesen wird. Wir alle sollten unser Zuhause "sauber" halten! "Verräterei und Kriechertum, Hochmut und Genußsucht" sind strikt abzulehnen und GOTTesfurcht muß wieder selbstverständlich sein. Gleich und gleich! gesellt sich gern - also, wer sind deine Freunde? Ach ja, noch ein deutliches Symptom, woran du Scheinheilige, Schöntuer. und Ohrenbläser (auch Kanzelschwätzer genannt) erkennen kannst, nennte uns das Kapitel: "Trotzdem werden sie an der äußern Form der Religiom ais Gewohnheit (!) festhalten; aber von der innern Kraft der Religion wird man bei ihnen nicht einen Hauch verspüren" und noch einmal: "Von Leuten dieser Art halte dich fern!" Na, dämmerte? Wieviele sog. Sonntagschristen, deren "Liebe zum Guten” sich im sonntägigen Kirchenbesuch erschöpft, kennen Sie? Wenn wir nun unseren Freundes- und Bekanntenkreis einem Frühjahrsputz unterziehen und unseren Umgang entstauben, dann sollten wir für Umkehrwillige immer ein Türchen offen halten. Dafür plädiere ich. Dein Licht, deine gute Art wird in unserer schlimmen Zeit dringend gebraucht. Habe Mitleid, wo es noch nicht zur Liebe reicht und wenn es dir an Verständnis fehlt, dann verzeihe wenigstens. Bete nicht den Sittenverfall, die Unanständigkeit und Gottlosigkeit an, sondern stärke durch deine Art die Moral, das Gute und die Position Christi in seinem fortdauernden Erlösungswerk. Dem Kritiker bleibt demnach die eigene Leistung nicht erspart! Dennoch sollten wir die klare Haltung Jesu Christi einnehmen, wenn wir unvergiftet bleiben wollen: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!" Für uns Christen sollte dies heißen: Wer meinen Herrn und GOTT ablehnt und Jesus Christus sein messianisches Werk absprechen möchte, kann unmöglich mein Freund sein. Welch undankbares GOTTeskind, welch untreuer Diener wäre ich sonst?!

Wenn der Teufel Front macht, dann halte ich dagegen - also heißt die Devise jetzt "trau, schau wem", wenn ich ans Großreinemachen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gehe. Wenn du das machst, dann bleiben Menschen übrig, denen du getrost den Rücken zukehren kannst ohne befürchten zu müssen, daß sie dir in denselben fallen.
Isch män jo bloos, wie immer aus ganzem Herzen, Ihr Gerhard Krause