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CHRISTLICHE IDENTITÄT IM WANDEL?

Wer verstehen kann, dass sich geistiges Geschehen über weltliche Ereignisse widerspiegelt, dem dürfte dieser Artikel Aha-Erkenntnisse vermitteln.

Nehmen wir das gewaltige Flüchtlingsgeschehen zum Anlass, hinter unsere vordergründige Wahrnehmungswelt zu blicken und entdecken wir die geistige Realität! 1,5 Millionen Asyl-Einwanderer allein im vergangenen Jahr, stellen eine gewaltige Herausforderung dar. Die gewaltigste Massenbewegung im gesamten Schöpfungswerk aber, leitet Christus selbst: Die Rückführung der gesamten gefallenen Engelschaft - der auch wir angehören zurück zu GOTT. Ein zwar unsichtbares, aber unvergleichliches Heimholungswerk!

Seit Jesu Opferleben vor 2000 Jahren und seinem Sieg über Luzifer, schwingen sich helle und dunkle Mächte auf, um für sich Raum und Einfluss zu gewinnen. Christus wird letztendlich als Sieger stehen, keine Frage, doch unser aller Freiwilligkeit - gewissermaßen ein "Mitsprache-Recht" und die Möglichkeit, sich für das Gute oder Üble entscheiden zu können, ordnet dem Mammutvorgang der Bewegung das Element der Zeit hinzu! Bei all dem entgeht der Allmacht nicht das geringste Ablaufereignis und der höchste Souverän kann sowohl fügend, also bestimmend eingreifen, oder Er beobachtet was der Geschöpfe Wille anstellt. In jedem Fall regelt letztendlich Seine weise Fürsorge was für uns am Besten ist; wobei alles sich Entwickelnde dem Obergesetz von Ursache und Wirkung unterstellt ist, ergo Folgen hat: Bestimmst du, trägst du die Wirkung, bestimmt GOTT, übernimmt Er die Verantwortung für Sein Wollen.

Die wohl größte Völkerwanderung der Moderne, ist mit unzähligen Aufregungen verbunden. Was, so drängt sich die Frage auf, wenn sich der Flüchtlingstreck unverändert fortsetzt und in Jahren auf zehn Millionen Zuwanderer anwächst? Unvorstellbar? Es brauchen nur weitere ausgebombte, ausgebeutete und um das Leben ringende Völker Europa entdecken und nachrücken. Aus Autobahnen werden Hoffnungspfade, auch dann, wenn sich Einweisungen als Kreuzgänge entpuppen sollten. Wohlstandsnationen wie die unsrige, dürfte es dann schwerfallen durchzuatmen!

Viele fragen sich, warum dies GOTT der Herr zulassen oder gar fügen sollte. Was ist mit der Bedrohung oder gar Zerstörungsgefahr abendländischen Kultur- oder Religionsverständnisses, was mit gewachsenem Brauchtum, wenn der Islam rüde zugreifen sollte? Ist eine empfindliche Beschädigung der christlichen Prägung zu befürchten? Worin liegt unsere Sicherheit, was nimmt uns die Ängste?

Jesus hat gesagt: "ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!"

Sehen wir doch die Fakten: Da werden Millionen Menschen muslimischer Religion direkt zu uns, praktisch ins abendländische "Nest" gewachsenen Christentums, auf den Weg gebracht - aus welchen Gründen auch immer! Freilich sorgen solche massiven Nahberührungen für kulturelle Irritationen beiderseits. Wer fühlt sich vom anderen mehr bedrängt oder eingeengt? Doch all die Sorgen vor unerwünschter Einflussnahme sollten uns nicht daran hindern, die unausbleibliche Wechselwirkung und damit die christliche Wirkung auf Nichtchristen, zu erwarten. Das Beispiel Mischehe lieferte dazu Kommentare; auf längere Sicht darf in gemeinsamer Bürgerschaft ein zunehmend friedliches Arrangement zumindest erhofft werden. Weiß doch jeder, dass Unerbittlichkeit und Hass niemals und keinem ein notwendiges und wohltuendes Heimatgefühl vermitteln können.

Das Aufschwingen der christlichen Klänge aber ist von christlichem Selbstbewußtsein abhängig: Statt Klagen, Zuversicht! Im ernsthaften Christsein braucht man sich nicht die Souveränität nehmen oder sich einschüchtern zu lassen. Erstrecht nicht, wenn aggressive oder fanatische Naturen überreagieren.

Die Welt wehrt sich und sucht verkrampft nach Lösungen! Doch wo bleibt der ökumenische und globale Aufruf von Türmen großkirchlicher Hochburgen, sich den Beistand

dessen zu erflehen, der vor keinem Problem kapituliert und mit Seiner Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit all das was dem entgegen steht, wegwischt?!

Mit Aufmärschen, Feindschaft und zweifelhaften Härten denen zu begegnen, die nichts als ihre Selbsterhaltung zu leben versuchen, ist nichts gewonnen, außer ein Chaos. Doch GOTT ist ein Gott der Ordnung! Eine Ordnung mit Herz und Verstand aufzubauen sollte uns, die wir für das "Wunderwerk" eines Postleitzahlbuches und anderer ungewöhnlichen Leistungen weltweit bewundert werden, möglich sein, oder? Wenn wir es mit GOTT und Seinen Regeln halten, wird uns der Gottesgeist seinen Beistand nicht verwehren und menschliche Fähigkeiten würden dadurch locker überstiegen! Das zu glauben, ist die ausschlaggebende Leistung und brächte die notwendige Unterstützung zur Entfaltung. Warum nur fällt es so schwer, die nützliche Verquickung der positiven unsichtbaren mit der sichtbaren Welt zu nutzen? Gute geistige Hände verstehen es durchaus, mit unserer Wirklichkeit und dem damit verbundenen Unmuß umzugehen. Hat es denn die menschliche "Weisheit" verlernt, sich dieser bibelgerechten, ja heiligen Hilfen zu bedienen? "ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" spricht Jesus und mahnt damit, seine mächtige Position und Bedeutung nicht zu unterschätzen. Sich mit ihm, der zur Rechten GOTTES sitzt, im Bunde zu wissen, sollte für mehr als christliches Selbstbewußtsein reichen! Wenn unliebsame Überraschungen, Ängste und scheinbare Überforderungen unseren Planeten aufzumischen versuchen, dann stecken geistig vergiftete Spaltergeister dahinter und freuen sich, wenn welche, die sich Christen nennen, in Panik geraten, alte Fundamente schon zerstört sehen, eben einen schwachen Glauben zeigen. Saubere Spiritualität aber schafft ein völlig sicheres Fundament und bedarf nicht der Erinnerung, dass Christus Sieger war, ist und immer bleiben wird und wir mit ihm Sieger sein können, wenn wir uns an ihm festhalten!

Liebe ist das schärfste aller Schwerter, wenn es gegen

Unliebe eingesetzt wird. Und, so die Lehre, Liebe deckt eine Menge Sünden zu. Dafür bieten sich nun ausreichend Gelegenheiten und GOTT, der unser Gewissen zum Sprachrohr Seiner gesetzlichen Doktrinen gekürt hat, liest Liebe oder egoistische Eigenliebe aus unseren Gedanken, Worten oder Taten heraus.

Im Geistigen ist's wie im Irdischen: Bündnisse zerbrechen dann, wenn Uneinigkeit und Überhebung dem Gemeinschaftsgeist die Kraft der Gleichgesinnung entziehen. Erleben wir dies gerade mit der EU, als eine der gefährdeten Großbündnisse auf der Welt? Jegliche Fraternität - dies gilt für jede Ebene, muß scheitern, wenn ein stures Reglement Individualitäten übergeht! Individualität ist wenigstens zu achten. Also ist auch das massive Fluchtgeschehen ein Appell an jegliches Volksgewissen!

Es kann uns nicht kalt lassen, wenn ausgebeutete oder ausgebombte Mitmenschen Gras essen, Motoröl von verdreckten Fässern lecken oder Kinder ins Unbekannte verschleppt werden. Wie sehr geht es dir und mir unter die Haut, trifft auf die Seele, wenn verzweifelte Flüchtlinge für abgepresstes Geld vor europäischer Nase im Meer jämmerlich ertrinken, wenn an hocherrichteten Stacheldrahtzäunen - die ohne Rücksicht auf die Kosten errichtet werden - Blut von unschuldigen Kinderhänden klebt. Ist's etwa ein weltweit gültiger Test auf Nächstenliebe, bei dem ausnahmslos jeder Mensch gleich welcher Konfession - auf des Höchsten Prüfstand steht? Wenn doch die Menschheit wie ein einziger Körper ist, dann kann es nur eine Katastrophe sein, wenn sich Glieder und Organe gegeneinander wenden und sich abstoßen! Selbst die Medizin weiß dies. Auch geistig sind wir Glieder des geistigen Leibes Christi...

Ob unsere Welt zugrunde geht? Die Welt wird abgebrannt, wohl nicht zum ersten Mal, aber anders. Doch "GOTT überlastet niemanden, in nichts", das ist ebenfalls ein

geistiges Gesetz.

GOTT in Seiner Weisheit renkt ein, was wir verderben, denn wir sind Seine, von Ihm ersehnten Kinder. Deshalb ist die Nächstenliebe Chefsache. Vielleicht ist es zur Nächstenliebe ein langer Weg, aber es gibt einen der uns nicht überfordert: Aus Selbstüberwindung entwickelt sich Verständnis, aus Verständnis Duldung, aus Duldung Akzeptanz, aus Akzeptanz Respekt, aus Respekt Anerkennung. Daraus ergibt sich der Grundstock für eine friedliche Koexistenz, und Gereifte entwickeln daraus die Nächstenliebe. Der göttliche Zuspruch hierzu, ergibt sich aus unserer Sicht der Dinge! Würde beispielsweise weniger nach der "wirtschaftlichen Verwendbarkeit" der Zuwanderer gefragt, dafür aber die Pflicht Leben zu retten primär gesehen, könnten sich himmlische Kammern öffnen und denen hochwirksame Hilfen und Helfer entströmen. Fehler einzusehen und sein Trachten zu wandeln, öffnet GOTTES Füllhorn.

Den hitzigen Diskussionen zum Thema: Obergrenze und Einwanderungsbegrenzungen, steht als Ratgeber Kor.8:13 gegenüber:

"Denn die Hilfe, die ihr anderen gewährt, soll euch selbst nicht in Not bringen. Es soll gewissermaßen nur ein Ausgleich geschaffen werden."

Wir haben allen Grund, GOTT für den Wohlstand unseres Landes zu danken. Doch: "Niemand bekommt etwas nur für sich selbst", so eine Belehrung. Also heißt es zu teilen und nicht zu spalten! Wenn das Jesuskind nicht wieder frieren soll, wie einst in Bethlehems Stall, sollten wir unserem Namen: Christ, Christin, Ehre machen. Die Welt, vor allem die westliche, hat ihre Chance dazu - die Dimension der Obdachlosenwelle steht dafür! Ich, als Geistchrist, habe nicht vor einzuknicken, weder vor der Situation, noch vor Befürchtungen und nicht vor dem, was ohne Christus ist. Selbst wenn unsere bisherige, nationale Identität zugunsten einer neuen verlustig gehen oder schwächeln sollte: die als Christen lassen wir uns nicht nehmen - da sei GOTT vor.

Gerhard Krause Pastoralpsych., Pfr.